Interview mit der Mittelbadischen Presse

Was möchten Sie persönlich im Landtag erreichen?

Plan A ist, als Mitglied einer AfD-Regierungsfraktion im Stuttgarter Landtag an Gesetzen mitzuwirken, die ein wirtschaftliches und gesellschaftliches Comeback unseres Landes ermöglichen und die das Leben in Baden-Württemberg für die breite Mitte wieder lebenswerter, freier und vor allem zukunftssicher machen. Plan B ist, als Oppositionspolitiker durch Anfragen, in den Ausschüssen und in Plenarreden den Regierenden zu erklären, was sie falsch machen und wie man es besser machen kann.

Was sind aus Ihrer Sicht die drei wichtigsten Themen für Ihren Wahlkreis?

Wichtig ist erstens die Entlastung von Betrieben und Arbeitnehmern von Bürokratie,Abgaben und Steuern. Energie und Arbeit, aber auch Wohnen und Mobilität müssen wieder bezahlbar werden. zweitens muss die Sicherstellung einer medizinischen
Versorgung auf einem Niveau, das einem Industrieland gerecht wird, priorisiert werden. Und drittens brauchen wir die Rückkehr zu einer leistungs- und qualifikationsorientierten Bildung und Ausbildung.

Zum ersten Mal dürfen Jugendliche ab 16 Jahren den Landtag wählen. Wie wollen Sie die jungen Wähler erreichen?

Die jungen Menschen machen sich zunehmend selbst sehr ernste Gedanken darüber, wohin sich unser Land mit der fortgesetzten Politik der letzten zwei Jahrzehnte entwickelt und welche Perspektiven sie bei diesen Rahmenbedingungen haben. Sie kommen aktiv auf mich zu, weil sie merken, dass die AfD eine zukunftsorientierte, langfristig denkende Partei ist.

Wie wollen Sie die Qualität und Chancengerechtigkeit in Baden-Württembergs Schulsystem verbessern?

Wir müssen zu einer durchlässigen, mehrgliedrigen, vor allem aber leistungs- und qualifikationsorientierten Bildung zurückkehren. Methodik und Didaktik müssen zeitgemäß sein, die Inhalte sowohl die klassische Allgemeinbildung wie auch den neuesten Stand der Technik abdecken. Letzteres kann die Lehrerausbildung nicht sicherstellen, für diesen Bereich braucht es auch für Regelschulen einen kontinuierlichen personellen Austausch mit der Privatwirtschaft. Auch traditionelle Werte und Tugenden müssen wieder Einzug in die Klassenzimmer halten. Gleichzeitig sollten Schulen entpolitisiert werden und sollte der Beutelsbacher Konsens wieder Beachtung finden.

Wie wollen Sie kleine und mittelständische Unternehmen entlasten?

Die Bürokratie muss weg, vor allem durch das Streichen von Berichtspflichten, durch die Vereinfachung von Steuergesetzen und -vorschriften, einem Ausbau von Pauschalisierungsmöglichkeiten und mehr Flexibilität und längere Fristen bei der Personalverwaltung im Bereich der gesetzlichen Sozialversicherung. Die Steuern und Abgaben müssen gesenkt werden, Bau- und Genehmigungsanträge müssen schneller bearbeitet werden. Der Staat muss sich auf allen föderalen Ebenen als Ermöglicher für Unternehmen sehen, nicht als Kontrolleur und Verhinderer. Die EU als ständige Quelle neuer Bürokratie muss gezähmt werden.

Wie schafft es Baden-Württemberg wieder aus der wirtschaftlichen Talsohle?

Die Politik muss aufhören, sich selbst für einen ernst zu nehmenden wirtschaftlichen Akteur oder gar das bessere Management zu halten und stattdessen massiv an besseren Rahmenbedingungen und dabei vor allem mehr Freiheit für Betriebe und Arbeitnehmer arbeiten. Die Überlastung der Mitte durch Steuern und Abgaben muss ein Ende haben. „Ermöglichen und machen lassen“, so muss das Motto der Politik in Bezug auf die Wirtschaft lauten.

Was ist Ihr konkreter Plan für den Ausbau erneuerbarer Energien in Baden-Württemberg?

Wir haben genug Solarflächen. Und unsere Windkraftanlagen speisen auch nur fünf Prozent der installierten Leistung ein, was zeigt, dass ein weiterer Ausbau auch bei dieser Technologie nicht zielführend ist und nur Natur, Anwohner und den Tourismus belastet. Was wir für bezahlbare Energie brauchen, sind sichere Kernkraftwerke nach neuesten Standards. Bayern hat gerade den geplanten Bau eines ersten Fusionsreaktors bekannt gegeben, da sollte Baden-Württemberg nachziehen.

Wie wollen Sie die Gesundheitsversorgung in der Ortenau reformieren und Praxisschließungen vermeiden?

Das Land sollte die Zahl der Studienplätze für Medizin ausbauen und einen Teil davon mit Landesstipendien verbinden, die dazu verpflichten, nach der Facharztausbildung mindestens zehn Jahre an einem festgelegten Ort in BadenWürttemberg als niedergelassener Arzt zu praktizieren. Niedergelassene Allgemeinmediziner, Kinderärzte, Neurologen und Psychosomatiker sollten vomLand einen finanziellen Bonus erhalten.

Welche Maßnahmen planen Sie, um bezahlbaren Wohnraum gerade für Familien, Studierende und Senioren zu schaffen?

Die Baukosten müssen runter, Familien sollten abhängig von der Kinderzahl wieder spürbar beim Bau oder Erwerb eines Eigenheims unterstützt werden. Die Migration nach Deutschland muss gesteuert und stark reduziert werden, um die Sozialausgaben zu senken, aber auch, um den Druck auf dem Wohnungsmarkt rauszunehmen.

Wie wollen Sie den gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern und zugleich den politischen Extremismus bekämpfen?

Politik muss sich wieder auf die soziale und wirtschaftliche Mitte der Gesellschaft, statt auf die Ränder konzentrieren. Wir brauchen Chancen- und Leistungsgerechtigkeit. Leistung muss sich lohnen, Faulheit muss wehtun. Den wirklich Schwachen muss aber natürlich wirksam geholfen werden. Das verrutschte politische Koordinatensystem muss wieder kalibriert werden, was aber zum Glück derzeit und auch hoffentlich am 8. März schon in großen Schritten geschieht.

ENTWEDER ODER …

Wenn Sie sich entscheiden müssten, was wählen Sie … ?
Theaterbesuch oder Weinfest?

Bei Regietheater: Weinfest

Stadt oder Land?
Land, so viel wie möglich

Ausschlafen oder Gottesdienst?
Beides, in Peter und Paul in Lahr beginnt der erst halb zwölf

Fasnachtsnarr oder Fasnachtsmuffel?
S‘ goht dagege

Tempolimit 130 auf Autobahnen oder freie Fahrt?
Mit 150 könnte ich leben, ansonsten freie Fahrt

Fahrt in den Europa-Park oder Nationalpark?
Nationalpark

Auto oder Bus und Bahn?
Auto, wann immer Zeit eine Rolle spielt

ZUR PERSON

Benjamin Rösch
Daten: Geboren am 26.11.1979 in Emmendingen
Privates: Verheiratet, zwei Kinder
Beruf: Abgeordnetenmitarbeiter, gelernter Offizier
Hobbys: Ukulele, Gartenarbeit, Bergwandern

https://bo.de/landtagswahl-kandidaten-im-gesprach-benjamin-rosch/